Luna: Als Dauererbrechen fast den Tod bedeutete

 

Luna gehört zu den Katzen, die dem Tod von der viel zitierten Schippe gesprungen sind. Als sie Ende 2014 im Alter von 13 Jahren zu mir in die Notfallbehandlung kam, bestand Lebensgefahr. Obwohl sie eine recht große Katze war, wog sie nur noch 2,3 kg! Sie erbrach jedwedes Futter und konnte schon seit vielen Monaten kaum mehr etwas bei sich behalten. Sie verhungerte vor vollen Näpfen.

Luna war völlig entkräftet, aber die behandelnden Tierärzte in der Tierklinik konnten keine Diagnose stellen. Trotz der durchgeführten zahlreichen Untersuchungen war aus ihrer Sicht nicht herauszubekommen, was mit Luna los war. So konnten sie ihr nicht helfen. Um das andauernde Erbrechen zu lindern, verordneten sie Luna einen "Magenschutz" in Form eines Protonenpumpenhemmers (Omeprazol), der nun mittlerweile 2 Jahre gegeben worden war. Das Erbrechen hielt aber trotzdem an. So kam Luna in größter Not bei mir an.

Der Beginn:

Ich sichtete die tierärztlichen Befunde und konnte der Halterin nur sagen, dass ich Zweifel hätte, ob ich Luna noch helfen könne, denn sie stünde aufgrund ihres Zustands vor dem baldigen Herz-Kreislauf-Versagen. Allerdings erklärte ich auch, dass die bisherige tierärztliche Behandlung zwei Jahre nichts gebracht hätte und dies auch zukünftig nicht zu erwarten sei. Die einzige Chance aus meiner Sicht sei, die Behandlung jetzt vollends anders zu gestalten, aber ich könne nicht einschätzen, ob wir Lunas Zustand noch "gedreht bekämen". Also alles recht dramatisch und sehr eilig.

So telefonierte ich Heiligabend 2014 mit dem behandelnden Tierarzt der Tierklinik, in der sich Luna stationär befand. Da stand es so schlecht um Luna, dass er davon ausging, dass die Euthanasie für die Weihnachtstage in Aussicht stünde. Ich erinnere mich noch gut an seine Bitte, ihn anzurufen und ihn in die Geheimnisse meiner Heilkunst einzuweihen, falls Luna unter meiner Regie überleben würde. "Ich gebe Ihnen das Tier zu treuen Händen", waren seine abschließenden Worte. Sodann wurde Luna also am Weihnachtsabend entlassen und wir nahmen sofort die Behandlung auf - die homöopatischen Mittel standen für Luna bereit. Mein Weihnachtsfest gehörte ihr und ihrem Frauchen.

Die Behandlung:

Der 1. Schritt der Behandlung war das Absetzen des Protonenpumpenhemmers, damit die Magensäure wieder ausreichend gebildet werden konnte und im 2. Schritt erfolgte die homöopathische Behandlung der von mir vermuteten Gastritis (Magenentzündung). Auch unterstützte ich Galle, Leber, Bauchspeicheldrüse, weil es in den vergangenen Blutwerten einige Hinweise gab, dass die Organe nicht ganz gesund arbeiteten. 

Der erste Erfolg:

Luna überstand die Weihnachtstage unter der überaus fürsorglichen Pflege ihres Frauchens. Sie wurde flüssig ernährt, unter Beigabe der homöopathischen Arzneien. Bereits eine Woche später war Luna soweit, dass sie den Umständen entsprechend gut und selbstständig fraß und den Großteil des Futters nicht mehr erbrach. Sie nahm im Verlauf der stetig angepassten Behandlung schnell wieder zu und ihr Befinden verbesserte sich täglich.

Meine Vermutung hatte sich also bestätigt, dass die zwei Jahre andauernde Gabe des Protonenpumpenhemmers dafür gesorgt hatte, dass der entzündete Magen nicht mehr ausreichend Magensäure produzierte und Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse dringend der Unterstützung bedurften. Nun funktionierte der mittlere Verdauungstrakt besser, so dass die Nahrung wieder verdaut werden konnte.

Der weitere Verlauf: 

Luna bekam für den Rest ihres Lebens eine Dauerbehandlung und sie blieb leider immer etwas ernährungssensibel, was nicht verwunderlich war nach diesen Umständen. Eine hochwertige Fütterung mit eingegrenzten Proteinen half ihr, stabil zu bleiben. 
Mit den Jahren gesellten sich leider einige altersbedingte Erkrankungen, wie chronische Niereninsuffizienz, Arthrose, Schilddrüsenüberfunktion, Herzprobleme hinzu. Diese konnten wir gemeinsam mit der Haustierärztin 6 Jahre erfolgreich begleiten. (An dieser Stelle DANKE für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.)

Das Lebensende:

Im Frühjahr 2021 machte sich Luna im Alter von knapp 20 Jahren auf Ihre letzte große Reise. Mir war es eine Ehre, dass ich ihr noch 6 gute Jahre schenken konnte. Sie hatte ein wunderschönes, erfülltes Katzenleben bei und mit ihrem Frauchen sowie ihren 2 Katzenkumpels. 

Zu Luna und ihrer Geschichte werde ich stets eine besondere Verbindung haben, denn sie war die erste von vielen Katzen, die ohne Diagnose bei mir ankam und der ich trotzdem das Leben retten konnte. Wir alle haben viel durch sie lernen dürfen. Durch sie lernte ich, mich in die Erkrankungen des Verdauungstraktes einfühlen zu können. Dafür bin ich sehr dankbar. 

© Marion Frömming 

Tierheilpraktikerin 

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