Mykoplasma felis bei Katzen mit Virusinfektion 


Virusinfektionen, wie Calicivirus, Herpesvirus (Katzenschnupfenkomplex), Felines Leukämievirus (FeLV/Leukose) und Felines Immundefizienzvirus (FIV/Katzenaids) sind für die Tiere eine Plage – und für die Halter ebenso. Mit diesen Virusinfektionen ist man eigentlich immer beschäftigt. 

Worüber wenig bis gar nicht bei virusinfizierten Katzen gesprochen wird, sind die Sekundärinfektionen mit anderen Keimen. In den letzten Jahren habe ich verstanden, dass gerade Feline Mykoplasmen bei FeLV-Katzen echt keine Seltenheit sind. Mykoplasma felis ist ein zellwandfreies Bakterium. Diese spezielle Bakterien treiben aufgrund ihres Aufbaus vom Immunsystem und Antibiotika schlecht bis gar nicht erkannt im Körper ihr Unwesen. Dies schlägt sich meist – so meine Erfahrung – in massiven, chronischen Halsentzündungen nieder und ist somit für die Atemwege relevant. FIV- und FeLV-Katzen sind aufgrund ihrer latenten Immunsystemschwäche für Mykoplasmen leider prädestiniert. 

So auch meine Lilly. Sie schlägt sich seit Jahren mit einer Mykoplasmainfektion herum, die sich in einer chronischen Mandelentzündung (Tonsillitis) bemerkbar macht. Als Lilly vor 3 Jahren anfing, vor ihrem Futter davon zu laufen und auch Auffälligkeiten beim Fressen zeigte, war ich felsenfest davon überzeugt, dass sie von der Zahnerkrankung FORL betroffen sein muss. Eine tierärztliche Untersuchung nebst Dentalröntgen ergab, dass die Zähne völlig in Ordnung waren, sie aber eine massive mykoplasmenbedingte Mandelentzündung hatte. Da ich tierärztliche Behandlungen bekanntermaßen nicht ablehne, gab es über 4 Wochen Antibiotikum, um die Mykoplasmen zu eliminieren, obwohl ich ahnte, dass die Aussicht auf Erfolg nicht sonderlich groß war. Dies war mir aus meinen vergangenen Patientenbehandlungen bekannt. Hätte der Tierarzt nicht darauf geschworen, dass wir es damit hinbekommen, hätte ich mich wahrscheinlich gar nicht überreden lassen. Und es war, wie ich es bisher schon beobachtet hatte: Lillys Symptome wurden weniger, verschwanden aber nicht ganz. 

Eine weitere tierärztliche Untersuchung nach einigen Wochen zeigte, dass die Tonsillitis zwar besser, aber noch deutlich vorhanden war. Die Zähne wurden nochmals geröntgt, ergaben aber weiterhin keinen Befund. Zwei weitere Antibiotikakuren brachten keine weiteren Erfolge und so war an dieser Stelle für mich Schluss. Ich war mit dem Problem tatsächlich auf mich und meine eigene Behandlung gestellt. 

So legte ich dann selbst mit Nachdruck los. Zugegebenermaßen habe ich tatsächlich monatelang verschiedene homöopathische Mittel und Nahrungsergänzungsmittel versuchen müssen, bis ich für Lilly endlich die passende Arzneimittelabfolge zusammengestellt hatte, die sie symptomfrei setzte. In der ersten Zeit, also noch in der schlimmeren Entzündungsphase, bekam sie gegen die starken Halsschmerzen natürlich ein tierärztlich verordnetes Schmerzmittel. Dieses konnte dann abgesetzt werden, als die Symptome abflachten und letztendlich verschwanden. Mittlerweile ist das Geschehen im Griff, aber manchmal legen die Mykoplasmen noch mal richtig los - da reicht es, wenn Lilly abends am offenen Fenster sitzt und es zu kalt wird. 

Solch einen Schub hatte Lilly Mitte des Monats wieder einmal. Da brandeten die Halsschmerzen richtig auf und Lilly ging es nicht gut (Foto 1), so dass ich mit Hochdruck die homöopathische Notfallbehandlung aufnahm und das Immunsystem und den Darm stärkte. 3 Tage später war der Spuk wieder vorbei (Foto 2). Ich finde, dass die beiden Bilder ziemlich gut zeigen, wie die Körperhaltung einer Katze mit Schmerzen und Unwohlsein aussieht (geschlossene Körperhaltung) und wie sie ausschaut, wenn es ihr gut geht (offene Körperhaltung). 

Und wieder einmal möchte ich dafür werben, sich an einen Tierheilpraktiker zu wenden, wenn die tierärztliche Behandlung begrenzt ist. Ich bin eine Verfechterin, die tierärztliche und tierheilpraktische Behandlung zu kombinieren. Es gibt Erkrankungen, da hat ein Tierarzt den Vorrang, aber es gibt auch Erkrankungen, die besser beim Tierheilpraktiker aufgehoben sind. Es muss genau geschaut werden, was das Beste für den Patienten ist. In Lillys Fall konnte die tierärztliche Behandlung nicht helfen und eine dauerhaft erfolglose Antibiotikagabe stellt einfach keine Alternative dar, da das Mikrobiom im Darm (Bakterienflor) nachhaltig geschädigt wird, was wiederum das Immunsystem schwächt, was dann wiederum die Infektionen richtig aufblühen lassen – ein böser Kreislauf. 

Ich werde Lilly weder von ihrer FeLV-, noch von ihrer Mykoplasmeninfektion heilen können, aber ich kann dafür sorgen, dass ich die Symptome der Sekundärinfektion so gering wie möglich halte. Dafür sind die Homöopathie und Naturheilkunde wunderbar geeignet, auch, wenn man ein bisschen suchen und probieren muss

 

© Marion Frömming 

Tierheilpraktikerin 

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